Was ist der German Gender Index?

Im April 2015 startete die Börse Hannover den German Gender Index. Er setzt sich aus Aktien von 50 börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften zusammen, die ein möglichst ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern im Vorstand und im Aufsichtsrat haben. Damit bildet er börsentäglich aktuell die Wertenwicklung der Aktien von Unternehmen ab, die das Leitbild einer Geschlechtervielfalt verfolgen. Mit dabei sind u.a. die Lufthansa AG, Henkel KGaA, die Deutsche Bank AG oder Thyssen Krupp.

Der Index ist im April 2015 gestartet. Der Index ist dabei kein weiteres Quoten-Instrument, sondern zeigt eine Geschlechterbalance auf. Die meisten Unternehmen im Index sind weit entfernt von 40 Prozent Frauen im Aufsichtsrat oder gar im Vorstand – sind aber trotzdem im Index, weil sie bislang mehr in Richtung Ausgewogenheit unternommen haben als andere Unternehmen.

Der Index soll einen Beitrag dazu leisten, Unternehmen für ein Investment mit Ausrichtung auf Geschlechtervielfalt zu bestärken.

Wie wird der Index gebildet?

Die Auswahl der Aktien im Index erfolgt nach einem transparenten, für alle Anleger*innen nachvollziehbaren Verfahren. Dabei werden in einem ersten Schritt die (nach Freefloat-Marktkapitalisierung) 300 größten deutschen börsennotierten Unternehmen ermittelt und anschließend bezüglich der definierten Liquiditätsanforderungen geprüft.

Im zweiten Schritt wird der Anteil weiblicher und männlicher Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder erhoben. Unternehmen mit einer paritätischen Besetzung erhalten die höchstmögliche Bewertung. Diversität im Vorstand wird doppelt so stark gewichtet wie die im Aufsichtsrat. Die 50 Unternehmen mit der besten Gesamtbewertung werden dann in den Index aufgenommen.

Die Zusammensetzung des German Gender Index wird fortlaufend überwacht. Zusätzlich erfolgt halbjährlich eine stichtagsbezogene Prüfung und gegebenenfalls ein Rebalancing.