Was meint Trans*?

Die Bezeichnung Trans* wird als Oberbegriff verwendet, um ein breites Spektrum von Identitäten, Lebensweisen und Konzepten zu bezeichnen. Im Unterschied zum Begriff „Inter*“ werden hiermit vorrangig Personen bezeichnet, deren eigene Vorstellungen über ihr Geschlecht nicht mit ihren „angeborenen“ körperlichen Geschlechtsmerkmalen übereinstimmen, bzw. auch Personen, die weder als weiblich noch als männlich bezeichnet werden möchten.

Trans*Menschen setzen dies in unterschiedlichen Handlungen um, manchmal dauerhaft und manchmal nur in spezifischen Situationen oder zeitweise. Zu diesen Handlungen können u.a. Namens- und Personenstandsänderungen, chirurgische körperliche Veränderungen und/oder Veränderung der Kleidung oder des Auftretens zählen.

Es gibt dabei vielfältige andere umstrittene Bezeichnungen: Transsexualität, Transgender, Transidentität, Transgeschlechtlichkeit oder Transvestitismus, die jeweils andere Bedeutungen beinhalten. Zum Beispiel werden als Transvestiten in der Regel Menschen bezeichnet, die u.a. durch das Tragen „gegengeschlechtlicher“ Kleidung eine zeitlich begrenzte Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht erleben wollen ohne ihr Geschlecht dauerhaft zu ändern. Vielmehr nehmen sie zeitweise eine andere Identität an. Dabei wird mitunter das andere Geschlecht bewusst im Auftreten ins Lächerliche gezogen.

Der Begriff „Transsexualität“ wird von Trans*Menschen meist abgelehnt, da das Unbehagen hinsichtlich des zugewiesenen Geschlechts nicht an eine bestimmte sexuelle Orientierung gekoppelt ist.

Heutzutage leben in der Bundesrepublik ca. 170.000 (0,2%) Trans*Menschen. Viele dieser Menschen leben jedoch in der Anonymität und können deshalb von Statistiken nicht erfasst werden.

Wie ist die rechtliche Situation?

Rechtlich können in Deutschland Personen, die laut psychologischem Gutachten „seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang“ stehen im „anderen Geschlecht“ zu leben, nach dem „Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen – (Transsexuellengesetz)“ ihren Vornamen an das neue Geschlecht anpassen und in allen Papieren ändern lassen. Das Gesetz hat seinen Ursprung in den 80er Jahren und wurde im Laufe der Zeit oftmals reformiert.

Doch auch in seiner heutigen Form stellt es für viele transidente Menschen eine Zumutung dar. So löst es teils schwere Traumatisierungen bei Trans*Menschen aus, die eigene gefühlte Identität vor unterschiedlichen Psycholog*innen „beweisen“ zu müssen und drei Jahre in ihrem empfundenen Geschlecht zu leben, bevor sie das Recht erhalten, ihren Personenstand offiziell zu ändern.